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09. Oktober 2023

Nationalpark Egge - Die Planungen gehen weiter

Der Kreistag in Höxter hat sich dagegen ausgesprochen, Befürworter sind gleichwohl optimistisch: Die Planungen für einen Nationalpark Egge gehen unbeirrt weiter.

Der Kreistag in Höxter hat sich jetzt mit den Stimmen von CDU, FDP, UWG und AfD (28:17) gegen einen Nationalpark Egge ausgesprochen. Das ist eine traurige Entscheidung gegen den dringend notwendigen Schutz der Natur. Und obwohl sie voreilig getroffen wurde - immerhin hat die Landesregierung allen Regionen sechs Monate Zeit gegeben, sich umfassend und sachlich zu informieren - bedeutet sie nicht das Aus für den geplanten Nationalpark Egge. 

„Aufgeben ist keine Option“, sagen Hans Jürgen Wessels und Dr. Tom Steinlein vom Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge. „Das Eggegebirge ist naturschutzfachlich höchst geeignet als Nationalpark, zählt zu den »Hotspots der Biodiversität in Deutschland«, so Ökosystembiologe Steinlein. „Wir müssen alles dafür tun, diesen Naturschatz zu bewahren.“

Das Land hatte der Egge-Region das Angebot gemacht, etwa 12.400 Hektar Staatswaldfläche in einen Nationalpark zu überführen. Auch wenn sich der Kreis Höxter gegen einen Nationalpark Egge ausgesprochen hat, bleibt aus Sicht des Fördervereins immer noch eine Flächenkulisse, die landesweit vielleicht die größte Fläche in NRW ist. „Rund 7.500 Hektar liegen im Kreis Paderborn und es gibt Gespräche mit interessierten Waldbesitzern“, gibt sich Hans Jürgen Wessels optimistisch. „Eine Nationalparkentwicklung ist auch ohne die Höxteraner Flächen möglich. Unsere Planungen gehen ungebremst weiter.“

Die Landesregierung will die Bürgerinnen und Bürger in den Regionen bei der Suche nach einem geeigneten Gebiet für einen zweiten Nationalpark einbinden und einen ergebnisoffenen Prozess mit Menschen aus ganz Nordrhein-Westfalen durchführen. „Es ist schade, dass sich der Kreis Höxter an diesem Findungsprozess nicht beteiligen möchte“, sagt Hans Jürgen Wessels. Damit sei die Chance vertan worden, dass sich die Menschen im Kreis Höxter in der Breite am Informationsprozess beteiligen können. Hier seien Fahrten in bestehende Nationalparks oder Gespräche und Diskussionen mit Experten möglich. Denn diejenigen, die den Nationalpark-Dialog unterstützen möchten, könnten Informationsangebote in unterschiedlichen Formaten nutzen. Die stelle die Landesregierung allen interessierten Vertretern aus Politik, Verwaltungen, Vereinen, Verbänden und Interessengruppen kostenfrei zur Verfügung. Dafür sei bis zum Frühjahr Zeit. „Wir sollten alle gemeinsam in Ruhe und besonnen Chancen für die Region ausloten und verantwortungsvoll abwägen“, fordert Hans Jürgen Wessels.

Blick aus einer hohlen Eiche
Blick aus einer hohlen Eiche
Die nachtaktive Waldohreule
Die nachtaktive Waldohreule

Die Ausweisung eines Nationalparks ist oft mit heftigen Abwehrattacken verbunden. Die anspruchsvollste Schutzkategorie schürt bei manchen Interessengruppen vor Ort diffuse Ängste: Der Mensch werde aus dem Wald ausgesperrt, Krankheiten oder Schädlinge breiteten sich aus und der wirtschaftliche Schaden für die Region sei vorprogrammiert. „Das geht an der Realität vorbei“, betonen Steinlein und Wessels. „In keinem deutschen Nationalpark wird der Mensch ausgeschlossen. Es ist sogar ausdrücklich erwünscht, dass viele Menschen die Natur im Nationalpark erleben“. Am naturschutzfachlichen Wert eines Nationalparks Egge und auch an seinem regionalwirtschaftlichen Nutzen könne es nach den Erfahrungen aller anderen deutschen Nationalparke keinen vernünftigen Zweifel geben. „Unser Anspruch ist, mit sachlicher Information und Aufklärung den Fragen der Bevölkerung zu begegnen. Wichtige Naturschutzbelange können mit entgegenstehenden berechtigten privatwirtschaftlichen Interessen in einen fairen und angemessenen Ausgleich gebracht werden“, so die Fördervereinsvorsitzenden. Dafür müssten aber alle gesprächsbereit und offen sein.